Nelson Mandela

* 18.07.1918 in Transkei, Südafrika
† 05.12.2013
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Angelegt am 06.12.2013
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Über den Trauerfall (5)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Nelson Mandela, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Prominente Stimmen über Mandela

06.12.2013 um 13:50 Uhr von Redaktion

 

 

'Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren, unser Volk seinen Vater.'
Jacob Zuma, Südafrikas Präsident  



'Wir haben einen der einflussreichsten, mutigsten und zutiefst guten Menschen verloren, die jemals einer von uns auf Erden treffen wird.'
'Ich kann mir mein eigenes Leben ohne Mandelas Beispiel nicht vorstellen.'
Barack Obama, US-Präsident



'Ein großes Licht in der Welt ist erloschen. Nelson Mandela war ein Held unserer Zeit.'
David Cameron, britischer Premier



'Nelson Mandelas leuchtendes Beispiel und sein politisches Vermächtnis der Gewaltfreiheit und der Absage an jeglichen Rassismus werden für Menschen auf der ganzen Welt noch lange Zeit eine Inspiration bleiben.'
Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Mandelas Worte

06.12.2013 um 13:30 Uhr von Redaktion

 

Über Freiheit und Gewalt


„Nicht die Gewehrkugeln und Generäle machen Geschichte, sondern die Massen.“


„Apartheid ist die Herrschaft der Gewehre und der Henker.“


„Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern.“


„Die Befreiung von der Unterdrückung ist ein Menschenrecht und das höchste Ziel jedes freien Menschen.“


„Ich bin nicht mit dem Hunger nach Freiheit geboren worden. Ich bin frei geboren worden – frei auf jede Weise, die ich kennen konnte. Frei auf die Felder nahe der Hütte meiner Mutter zu laufen, frei, in dem klaren Fluss zu schwimmen, der durch mein Dorf floss, frei, Mealies unter den Sternen zu rösten und auf dem breiten Rücken langsam dahin trottender Büffel zu reiten. (...) Erst als ich begriff, dass die Freiheit meiner Kindheit nur eine Illusion war, dass man mich bereits meiner Freiheit beraubt hatte, begann ich, Hunger nach ihr zu haben.”

 


Über Südafrika


„Nie, nie, nie wird dieses wunderbare Land noch einmal die Unterdrückung von Menschen durch Menschen erleben und die Demütigung, als Stinktier der Welt zu gelten.“

„Wir werden eine Gesellschaft errichten, in der alle Südafrikaner, Schwarze und Weiße, aufrecht gehen können, ohne Angst in ihren Herzen, in der Gewissheit ihres unveräußerlichen Rechtes der Menschenwürde – eine Regenbogennation im Frieden mit sich selbst und mit der ganzen Welt.“

„Alle Bestandteile der Nation arbeiten, unser Land aufzubauen und daraus ein Wunder zu machen. Das lässt mich hoffen, wenn ich mich schlafen lege. Ich zweifele keinen einzigen Augenblick, dass wenn ich in die Ewigkeit eingehe, ich ein Lächeln auf den Lippen haben werde.“

 

Über sein politisches Engagement


„Die Geschichte und die kommenden Generationen werden unsere Führer nach den von ihnen getroffenen Entscheidungen beurteilen. Ich sage allen diesen Führern: Schaut nicht weg, zögert nicht!“
 
„Ich stehe hier vor Euch nicht als Prophet, sondern als demütiger Diener, von Euch dem Volk. Erst Eure unermüdlichen und heroischen Opfer haben meine Präsenz hier heute ermöglicht. Ich lege daher die verbleibenden Jahre meines Lebens in Eure Hände.”

„Ich habe gegen die weiße Vorherrschaft gekämpft und ich habe gegen die schwarze Vorherrschaft gekämpft. Mein teuerstes Ideal ist eine freie und demokratische Gesellschaft, in der alle in Harmonie mit gleichen Chancen leben können. Ich hoffe, lange genug zu leben, um dies zu erreichen. Doch wenn dies notwendig ist, ist dies ein Ideal, für das ich zu sterben bereit bin.”

„Die Fähigkeit zum Kampf wird im Kampf gewonnen.“

 

Über Liebe und Hass


„Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil.“

„Die Güte des Menschen ist eine Flamme, die zwar versteckt, aber nicht ausgelöscht werden kann.“

„Auch mit einer Umarmung kann man einen politischen Gegner  bewegungsunfähig machen.“

„Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt.“

Eine Legende geht - die ganze Welt trauert

06.12.2013 um 10:33 Uhr von Redaktion

 

Die Welt verneigt sich heute ein letztes Mal vor einem seiner engagiertesten Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit-Nelson Rolihlahla Mandela, auch Madiba (traditioneller Clanname) genannt. Der Friedensnobelpreisträger starb am 5. Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in Johannesburg an den Folgen seines langjährigen Lungenleidens.

Der südafrikanische Ex-Präsident kämpfte für Gerechtigkeit und Freiheit

06.12.2013 um 10:32 Uhr von Redaktion
Foto Der südafrikanische Ex-Präsident kämpfte für Gerechtigkeit und Freiheit für Nelson Mandela

Sein Leben

06.12.2013 um 09:53 Uhr von Redaktion

 

 

Die Welt verneigt sich heute ein letztes Mal vor einem seiner engagiertesten Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit-Nelson Rolihlahla Mandela, auch Madiba (traditioneller Clanname) genannt. Der Friedensnobelpreisträger starb am 5. Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in Johannesburg an den Folgen seines langjährigen Lungenleidens.

 

Familie und Kindheit

Am 18.Juli 1918 wird Nelson Rolihlahla Mandela in der Nähe von Umtata, der Hauptstadt der Transkei (Südafrika), geboren. Den Namen Rolihlahla, was so viel bedeutet wie Unruhestifter, bekommt er von seinem Vater und erst mit der Einschulung erhält er zusätzlich den Namen Nelson.

Die Familie, zu der noch 6 weitere Kinder gehören, stammt einer Nebenlinie des Thembu-Königshauses ab. Sein Vater ist für den König beratend tätig und kann der Familie durch sein Einkommen einen guten Lebensstandard bieten. Mandela genießt seine unbeschwerte Kindheit in der Natur, hilft sogar als Hirtenjunge beim Schafe hüten.

Er besucht vor Ort erst die Methodistenschule, wechselt später auf das Internat „Clarkebury Boarding Institute“, was den Thembu angehört.

 

Jugend und Ausbildung

1937 setzt Nelson Mandela seine schulische Laufbahn in einer Missionsschule fort und beginnt

zwei Jahre später mit 21 Jahren sein Studium am University College von Fort Hare.

Er lernt hier Oliver Tambo kennen, den späteren Präsidenten des ANC (African National Congress). Es entwickelt sich eine langjährige Freundschaft zwischen den beiden Männern, auch weil man die gleichen Missstände zwischen Schwarz und Weiß anprangert.

Mandela wird am College erstmals politisch aktiv und wird Mitglied des Studentenrates. Seine Teilnahme an einer Protestveranstaltung wird vom College allerdings mit Suspendierung geahndet. Diese Strafe nimmt er als Gelegenheit war und zieht in die Großstadt-nach Johannesburg.

Mandela hält sich mit Gelegenheitsjobs mehr schlecht als recht über Wasser, beginnt dann eine Ausbildung Anwalt.

Um sein großes  Interesse an Politik noch besser zu verfolgen, rät man ihm zu einem Jura-Studium. Auf der Universität kann er letztendlich die Abschlussprüfung auch nach mehreren Versuchen nicht bestehen, weil sein politisches Engagement schon zu viel Aufmerksamkeit und Zeit bei ihm einnimmt.

 

Einstieg in die Politik

Schon früh in seiner Studentenlaufbahn engagierte sich  Mandela gegen die offensichtliche Unterdrückung und Benachteiligung der Schwarzen durch die weiße Minderheitsregierung des Landes. Sein Beitritt zum ANC (African National Congress) erfolgte 1944, hier gründet er zusammen mit Oliver Tambo die ANC Youth League (Jugendliga des ANC), die ihn 1951 zum Präsidenten wählt.

Ein Jahr später wird er Anführer der nationalen Defiance (=Widerstand) Campaign des ANC, eine gewaltlose Protestaktion im Stil von Mahatma Gandhi. Trotzdem wird er verhaftet und man verurteilt ihn wegen seiner Teilnahme zu einer Bewährungsstrafe.

 

Vor Gericht

1952 gründet er mit Oliver Tambo die Anwaltspraxis Mandela & Tambo Attourneys, die erste nur von Schwarzen geleitete Kanzlei Südafrikas.

Im gleichen Jahr wird ihm wegen seiner Zugehörigkeit zum ANC für 6 Monate verboten, politische Versammlungen zu besuchen und aus Johannesburg auszureisen.

Man verlangt von ihm immer wieder, den ANC zu verlassen. Da er aber konsequent im politischen Widerstand aktiv bleibt, folgen weitere Gerichtsprozesse und Ausreiseverbote wegen Landesverrat.

Nelson Mandela erkennt langsam, dass gewaltloser Widerstand gegen die Apartheid nicht zum gewünschten Erfolg führt und ab 1961 leitet er den bewaffneten Teil des ANC.

Widerrechtlich verlässt er Südafrika und reist als Repräsentant des ANC in  verschiedene Länder.

Politisch agiert er weiterhin im Untergrund, aus Vorsicht lebt er aber unter falschem Namen.

 

Der Prozess

Auf einer seiner illegalen Auslandsreisen wird Mandela 1962 wieder verhaftet und zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt.

Ein Jahr später beginnt auch für ihn der spektakuläre Rivonia-Prozess, benannt nach dem Vorort Johannesburgs, in dem die Verhaftung von 7 der 11 Angeklagten stattfand. Die Republik  Südafrika will nun die wichtigsten Mitglieder des bewaffneten ANC hinter Gitter bringen, um die bedrohliche Anti-Apartheid-Revolution zu beenden.

Alle Angeklagten sehen sich als „nicht schuldig“, der Staatsanwalt fordert jedoch spektakulär die Todesstrafe für die Rebellen.

Mandela hält am 20.4.196, dem letzten Prozesstag, eine 4-stündige Rede. Sie geht unter dem Titel „I`m prepared to die“ weltweit in die Geschichte ein. Er schildert noch einmal eindrücklich, wie groß die Notwendigkeit des bewaffneten Widerstands war. Seine Frustration ist grenzenlos, weil kein leiser, dezenter Apell  je von der Regierung gehört und Schritte in Richtung Gleichberechtigung unternommen wurden.

Dies ist seine letzte öffentliche Rede bis 1990.

 

27 Jahre Haft

Das Urteil wegen Sabotage und bewaffnetem Widerstand lautet „lebenslänglich“ für Mandela und 7 seiner Mitangeklagten. Sie werden in das Gefängnis auf  Robben Island gebracht, einer kleinen Insel vor Kapstadt. Nelson Mandela bleibt hier 18 Jahre unter Arrest.

1982 überstellt man ihn für weitere 6 Jahre ins Pollsmoor-Gefängnis in Kapstadt. Hier machen sich erstmals Symptome der Lungentuberkulose bei ihm bemerkbar.

Mandela lehnt mehr als einmal das Angebot ab, freigelassen zu werden, wenn der ANC den bewaffneten Kampf einstellt. Weltweit werden nach und nach Sympathiebekundungen und Solidaritätserklärungen, auch von prominenter Seite, immer lauter.

 

Freiheit

Am 11. Februar 1990, nach 27 Jahren, ist seine Zeit als politischer Häftling endlich beendet und Nelson Mandela wird auf Anordnung von Staatspräsident Frederik de Klerk aus dem Gefängnis entlassen.

120.000 Menschen sind in Soweto an diesem bedeutungsvollen Tag zugegen, als Mandela seine Rede über Versöhnung (reconciliation), Demokratie und Gleichberechtigung hält.

Der ANC ist nicht mehr verboten und Mandela wird 1991  mit einstimmiger Mehrheit zum neuen ANC-Präsidenten gewählt. Nun kann er die notwendigen Verhandlungen zur Abschaffung der Apartheid führen und den Weg für eine neue Verfassung ebnen.

De Klerk und Mandela wird 1993 gemeinsam der Friedensnobelpreis verliehen.

 

Präsidentschaft

Die ersten demokratischen Wahlen in Südafrika gewinnt der ANC 1994 mit uneingeschränkter Mehrheit, das Parlament wählt Nelson Mandela folgerichtig am 9. Mai  zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes.

Unter seiner Regierung wird nach und nach die kostenlose „Primäre Gesundheitsfürsorge“ für alle Menschen Südafrikas eingeführt, das Stromnetz wird entscheidend erweitert, 3 Millionen Wasseranschlüsse gelegt und 750.000 neue Häuser gebaut.

Nelson Mandela trägt die Botschaft von Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit beispielhaft in die Welt, unterstützt Menschenrechtsorganisationen und setzt sich für soziale Projekte ein.

 

Ende der Amtszeit

1999 beendet Mandela seine Amtszeit als Präsident. Er wird aber nicht müde, seine Popularität für den Weltfrieden zu nutzen. In aller Welt hält er aufrüttelnde Reden vor hochrangigen Politikern und bleibt ein angesehener Botschafter für die Rassengleichheit.

Die Verleihung zahlreicher Auszeichnungen und Orden zeugen vom Leben und Kampf einer herausragenden Persönlichkeit.

Heutzutage verfolgt die 1999 gegründete Nelson-Mandela-Stiftung weiterhin sein Lebenswerk gegen Apartheid.

 

Familie

Mandela heiratet insgesamt drei Mal und wird Vater von sechs Kindern.

Aus der Ehe von Nelson Mandela mit Evelyn Ntoko Mase gehen vier Kinder hervor.

Nach der Scheidung im Jahre 1958 heiratet er Winnie Madikizela, mit der er 2 Töchter bekommt. Die Ehe wird sehr belastet durch die lange Haftzeit und den spärlichen Kontakt im Gefängnis. Trotzdem hält diese Ehe 38 Jahre, wird dann aber 1996 geschieden.

An seinem 80. Geburtstag im Jahr 1998 heiratet er Graça Machel, die Witwe des ehemaligen Präsidenten von Mosambik.

 

Rückzug

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Nelson Mandela am 11. Juli 2010 bei der Abschlussfeier der Fußballweltmeisterschaft in Johannesburg. Kurz zuvor war seine 13-jährige Ur-Enkelin tödlich verunglückt und er sagte die Teilnahme an den Eröffnungsfeierlichkeiten verständlicherweise ab. 

 Der Gesundheitszustand verschlechtert sich durch die fortschreitende Tuberkulose in den letzten Jahren zusehends und er wird einige Male mit lebensbedrohlichen Lungenproblemen im Krankenhaus behandelt. Man entlässt ihn bei Verbesserung der Beschwerden immer wieder unter ärztlicher Kontrolle nach Hause, damit er sich im Kreise seiner Familie und gewohnter Umgebung befindet. Am 5. Dezember 2013 erliegt der Friedenskämpfer im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in Johannesburg den Folgen seines langjährigen Lungenleidens.Seine Familie und Freunde sind in diesen Stunden bei ihm. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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